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Sonnenblumen
Foto: Denise Travailleur

Natur

In den Elggergassen kann man nicht nur am Äschlimittwoch schrille Pfiffe hören, sondern auch während der Sommermonate zwischen Anfang Mai und Anfang August. Diese Pfiffe stammen von den Mauerseglern, die in den Dachlücken und Nistkästen an Häuserfassaden leben. Wer den schrillen Ruf des Mauerseglers einmal gehört hat, wird das Konzert während ihrer Jagd auf Mücken nicht mehr überhören können. Es ist erfreulich, dass Elgg drei Standorte mit bewohnten Nester beherbergt, obwohl der Mauersegler als potenziell gefährdet gilt (Rote Liste der Brutvögel © BAFU / Schweizerische Vogelwarte 2021). In der Meise bewohnen die Mauersegler 6 Nistkästen, im Pflegeheim sogar deren 22 und in Neuelgg bei Urs Rutishauser 2 Kästen. 

Der Mauersegler ist an das Leben in der Luft optimal angepasst. Er ähnelt einer Schwalbe, fliegt jedoch noch schneller. Mauersegler sind Zugvögel und können bis zu zehn Monate lang ohne Landung fliegen. Sie haben normalerweise nur während der Brutzeit Bodenkontakt. Während des Fluges schlafen sie sogar und paaren sich. Früher dachte man, dass die Mauersegler, die abends aufsteigen, die Nacht auf dem Mond verbringen würden. In der Abenddämmerung steigen die Vögel bis zu 2,5 Kilometer hoch und schaffen sich somit ein grosses Luftpolster, auf dem sie sich dann segelnd ausruhen können.

Es lohnt sich also, zwischen Mai und August in den Elggergassen die Augen und Ohren nach diesen beeindruckenden Flugkünstlern offenzuhalten.

Hör wie der Mauersegler pfeift